|
Entwicklung der Handfeuerwaffen
|
|
Nach dem Niedergang des mittelalterlichen
Rittertums wurden neue, leichte Reitergattungen kreiert, die Schnelligkeit
mit Feuerkraft verbanden.
Es waren vor allem die Arkebusierreiter - auch Pferdschützen genannt
- die ab der Mitte des 16. Jhdts. diesen neuen Reitertyp am besten
verkörperten.
Sie führten zwei bis drei Sattelpistolen und ein Kurzgewehr (Arkebuse)
mit sich.
Auch die Husaren, eine weitere leichte Reitergattung ungarischen
Ursprungs, hatten zu Säbel und Stecher zwei Sattelpistolen. Und
selbst die schwer gerüsteten Kürisser, direkte Nachfahren der noch
mit der Lanze kämpfenden "Kyrisser", die unter dem Einfluß der Feuerwaffe
ihre ritterliche Kampfweise aufgegeben hatten, schnallten Pistolen
an.
|
| |
| |
Eine Zwischenstellung
nahmen die Dragoner ein, die ab 1602 in der kaiserlichen Armee nachzuweisen
sind und später auch von der steirischen Landschaft aufgestellt wurden.
Sie galten ja als mobil gemachte Infanterie und führten deshalb einen
längeren Gewehrtyp sowie zwei Sattelpistolen.
Zwei Haupttypen kannte die feuernde Infanterie: den Schützen oder
Arkebusierer, der mit dem leichten Schützenrohr (mit Lunten- oder
Radzündung) ausgerüstet war und den Musketier, der die weittragende
Muskete mit Luntenzündung führte.
Ihnen folgten im 18. Jhdt. nach Durchsetzung des Steinschlosses der
Füsilier und der Grenadier mit der Bajonettflinte. |
 |
| |
| |
| |
|
Vorderlader - Schlösser
|
Das Luntenschloß
Das Anlegen der
Lunte mit der Hand und die unter den Arm geklemmte Büchse lassen
kein genaues Zielen zu. Aus diesem Grunde war eine Mechanisierung
des Abfeuerns und eine andere Schäftung notwendig. Um 1475 wurde
Abzug und Luntenträger gesondert auf eine rechteckige Platte montiert.
|
 |
| |
| |
|
Das Radschloß
Das früheste selbstzündende
Schloß war das Radschloß, das 1517 von Johann Kniefuß in Nürnberg
erfunden wurde. Hauptelement des Radschlosses war eine Stahlscheibe
von etwa 5 bis 6 cm Durchmesser. Der mit einem langen Arm bewegliche
Hahn hielt einen Pyrit (Schwefelkies) und wurde auf die Pfanne und
die Radkante geklappt, so daß beim Abrollen das Rad Funken schlug
und das Pulver entzündete.
|
| |
| |
|
Das Schnapphahnschloß
In der Mitte
des 16. Jhdts. wurde ein gänzlich neues Zündungssystem erfunden,
das Schnapphahnschloß. Die grundsätzliche Änderung gegenüber
dem Radschloß ist, daß jetzt der Hahn das aktive Element wird.
Er wird von der Schlagfeder nach vorn geschnellt und trifft
mit seinem Feuerstein auf einen über die Pfanne geklappten
Feuerstahl. Durch die Vorwärtsbewegung des Hahns wird ein
gleitender Pfannendeckel aufgeschoben, so daß die Funken vom
Stahl in das Zündpulver fallen können.
|
 |
| |
| |
|
Das Steinschloß
Durch Kombinieren des niederländischen Schnapphahns mit der Batterie
des spanischmittelmeerischen Schlosses wurde um 1610 das Steinschloß
"erfunden". Weil es einen Feuerstein (französisch "fusil", englisch
"flint") zum Funkenschlagen benutzte, wurde das mit dem neuen Schloß
ausgestattete Gewehr "Flinte" und der damit ausgerüstete Soldat
"Füsilier" genannt. Die Erfindung des Steinschlosses wird der Werkstatt
der Brüder Le Bourgeoys in Lisieux (Normandie) zugeschrieben.
|
| |
| |
|
Das Perkussionsschloß
Der schottische Pfarrer Alexander Forsyth (1768 - 1843) entdeckte eine
neue Zündmasse, die regen- und windsicher war und den Schuß ohne
Vorblitz löste. Um den Zündsatz mit einem scharfen Schlag zu entzünden,
mußte er ein neues Schloß erfinden. In Frühjahr 1805 brachte Forsyth
mit dem Büchsenschmied James Purdey das neue Schloß auf den Markt.
Das Zündhütchen, in dem der Zündsatz mit Firnis eingesiegelt war,
wurde über einen längs durchbohrten Zündnippel gestülpt, dessen
Durchbohrung in den Zündkanal überging. Der hammerartige Hahn wurde
auf das Zündhütchen geschnellt, das so zur Explosion kam.
|
 |
|
|