Ausgabe 1106
Die Gunst der Stunde nutzen

Mit einem Luftgewehr-Finalweltrekord sind Österreichs Sportschützen vom Weltcupabschluss aus Granada (Spanien) zurückgekehrt.

Gerade noch rechtzeitig, bevor er gesundheitlich in die Knie gezwungen wurde, gelang es dem Luftgewehr- und 3x40-Spezialisten Thomas Farnik, den alten, kaum mehr überbietbar scheinenden LG-Rekord, den bis dahin der Chinese Qhan Zhu und der US-Amerikaner Jason Parker mit 702,7 Punkten gehalten hatten, auszulöschen.

Um 599 Punkte im Qualifikationsdurchgang und 104,1 im zehnschüssigen Finale erzielen zu können (nach neun Schüssen lag der Ringdurchschnitt noch bei sagenhaften 10,5!), muss einfach alles zusammenpassen. Da darf man weder wie Christian Planer Probleme beim Transport mit dem Flugzeug haben und vor der Geburt eines Sohnes stehen noch wie Mario Knögler von einer bereits mehrtägigen Erkältung geplagt werden. So betrachtet, konnten die drei Gewehrschützen im zu Ende gehenden Jahr mehrmals die Gelegenheit nutzen, in der absoluten Weltklasse zu punkten.

Christian Planer geht in der persönlichen Öffentlichkeitsarbeit schon seit einiger Zeit eigene moderne Wege. Er hat die Gunst der Stunde – sprich: die beeindruckenden Leistungen der Österreicher im sportlichen Gewehrschießen – genutzt, um in seinem Tiroler Heimatort Walchsee mit der österreichischen und deutschen Gewehrelite eine publikumswirksame Luftgewehrveranstaltung zu organisieren. Dass er am Beispiel Deutschland zeigen konnte, wie spannend solche Wettkämpfe sein können, sollte auch eine Mutspritze für die Verantwortlichen im Österreichischen Schützenbund sein. Nicht zuletzt – wie Christian Planer meint – im Interesse der Jugend, die für den Schießsport nicht nur für eine Stunde gewonnen, sondern für länger gehalten werden sollte.

heb