Ausgabe 1102
Heute Medaillengewinner …
und morgen Waffen weg?

Eine Horrorvision für Sportschützen, die nicht Realität werden darf und wohl auch nicht werden wird.

Dass unter den Schusswaffenbesitzern zunehmend große Aufregung herrscht, dafür haben aus der ersten Jahreshälfte datierende und bislang Gott sei Dank ohne Mehrheit gebliebene Gesetzesinitiativen der SPÖ und der Grünen gesorgt, die nicht nur der Österreichischen Schützenzeitung, sondern auch in Sportschützenkreisen erst richtig bekannt geworden sind, als die Koalitionsregierung ÖVP/FPÖ für den 24. November Neuwahlen beschlossen hat. Seither ist das sprichwörtliche Feuer sowohl auf dem Dach des Waffenhandels und der Waffenhersteller als auch bei den legalen Privat-Waffenbesitzern, den Jägern, den Sammlern und selbstverständlich auch bei den Sportschützen.

Die im Parlament ohne Mehrheit gebliebenen Gesetzesinitiativen und Dringlichkeitsanträge sind damals den Betroffenen offenbar zu wenig bekannt gewesen, um dagegen auf breiter Basis aufzutreten. Heute sind sie angesichts des ungewissen Wahlausgangs zur existenzbedrohenden Angst aufgestiegen. - Für Waffenerzeuger und den Waffenhandel, weil für viele das wirtschaftliche Überleben auf dem Spiel steht, für die Jäger und Waffensammler, weil mit großen materiellen und ideellen Verlusten verbunden, für die legalen Besitzer "privater" Waffen, weil sie in ihrem Eigentums- und Selbstverteidigungsrecht beschnitten werden und für die Sportschützen, weil sie bei der Ausübung ihres Sportes unverhältnismäßig großen Einschränkungen unterworfen würden.

Der Landesoberschützenmeister des Oö. Landesschützenverbandes als Herausgeber der vom Österreichischen Schützenbund unabhängigen Österreichischen Schützenzeitung wie auch die Verwaltung und die Schriftleitung der ÖSZ sind seit der Oktober-Ausgabe mit Brief- und mit elektronischer Post in einem Ausmaß "eingedeckt" worden, dass eine umfassende individuelle Behandlung sowohl in der Schützenzeitung als auch auf dem Weg von persönlichen Antworten unmöglich ist. Stellvertretend für die vielen Wortmeldungen steht auf den Seiten 29 und 30 der Briefwechsel zwischen Vzlt Walter A. Schwarz und dem Herausgeber der Österreichischen Schützenzeitung, LOSchM Mag. Alois Litschmann. Das an die Landesschützenverbände gerichtete Schreiben des Bundesoberschützenmeisters vom 31. Oktober haben wir als offizielles Mitteilungsorgan des ÖSB auf Seite 27 abgedruckt.

Die anlassbedingten Gesetzesinitiativen der SPÖ und der Grünen sind erst nach dem Redaktionsschluss der Oktober-Ausgabe bekannt geworden. Unter Berücksichtigung unserer nur monatlichen Erscheinungsweise sollte es den Lesern möglich sein, die bisherige waffenrechtliche Einstellung der Österreichischen Schützenzeitung nicht als Feigheit und auch nicht als unzulässige Über- oder Unparteilichkeit anzusehen. Die seit 17. Oktober auf der Homepage der ÖSZ erfolgten und mit Links versehenen Hinweise auf die Initiativen "Waffen weg" und auf jene der Grünen waren die einzige Informationsmöglichkeit vor dem Erscheinen der November-Ausgabe. Leser, die keinen Internetanschluss haben, finden diese Information auf den Seiten 31 und 32 der November-Ausgabe einschließlich der Begründung, warum die Österreichische Schützenzeitung von einer Wahlempfehlung Abstand nimmt.

Somit bleibt nur noch zu hoffen, dass trotz der schlimmen Absichten, die den legalen Waffenbesitzern eröffnet worden sind und der harten Worte, die bis zum 24. November noch fallen werden, sowohl hüben als auch drüben jener Rest an Vernunft übrig bleibt, der die eingangs plakativ beschriebene Horrorvision nicht Wirklichkeit werden lässt.

heb