Ausgabe 1004
Wieder großartige Erfolge
im Jubiläumsjahr des ÖSB

Das sind Zeilen, die von der Österreichischen Schützenzeitung gerne geschrieben werden und die man wohl auch gerne liest.

Einmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze bei der Weltmeisterschaft in Batesville, USA, waren eine sehenswerte Ausbeute der 18-köpfigen Mannschaft aus Österreich. Mögen die Medaillen und die weiteren Spitzenplätze auch in einer exklusiven Schießsportart erzielt worden sein, die Begleitumstände rund um die Erfolge sind allemal bemerkenswert. Allein die Kosten, die von den Vorderladerschützen bei internationalen Wettbewerben aus der eigenen Tasche zu tragen sind – hier im Einzelfall bis zu 1700 Euro – ringen einem Respekt ab. Sie lassen darauf schließen, mit welcher Begeisterung man bei den Vorderladern am Werk ist.

Dass man dort auch an die eigene Zukunft denkt, zeigt die Reduzierung der Mannschaftsstärke von vier auf drei Schützen/Schützinnen. Vor genau 20 Jahren – bei der ersten Europameisterschaft in Leusden, Niederlande – war das noch anders und Österreich bereits dabei. MedRat Dr. Friedl Pezzei, der als Chronist des ÖSB werkende Bundesschützenrat, weiß zu berichten, dass an der 1. Europameisterschaft ein Österreicher namens R. Piegler teilgenommen und im Bewerb Kuchenreuter (Perkussionspistole Original) mit 94 Ringen den sechsten Rang erzielt hat.

Österreich ist im Vorderladerschießen aber auch anderweitig fest etabliert. Kein Geringerer als der oberösterreichische Landesoberschützenmeister Mag. Alois Litschmann und seine Ehefrau Susanne besorgen den Organisatoren der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften bereits seit 1994 die EDV-mäßige Abwicklung. Auch das gereicht dem österreichischen Schießsport zur Ehre.

Genauso stolz dürfen wir auch auf die österreichischen IPSC-Schützen sein, deren Damen besonders hervorstechen und uns sowohl bei Europameisterschaften als auch bei Weltmeisterschaften immer wieder mit Medaillen verwöhnen. Bei der heurigen Europameisterschaft in Tschechien gab es gleich zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Was aber besonders beeindruckt, ist der vierte Europameistertitel in Folge von Ing. Gabriele Kraushofer in der Damenklasse, die im Vorjahr noch dazu einen schweren Motorradunfall zu überwinden hatte.

Wenig Erfreuliches zu überwinden wird hoffentlich auch dem Österreichischen Schützenbund gelingen, der im 125. Jahr seines Bestehens in Wien eine schöne Jubiläumsveranstaltung abgehalten hat, aber bereits seit der Bundeshauptversammlung in Liezen, also seit Anfang April 2004, darauf warten muss, dass der Kassier einen entlastungsreifen Kassabericht vorlegt. Für die 25. Kalenderwoche (Mitte Juni) wurde ein solcher versprochen – inzwischen befindet man sich bereits bei Anfang Oktober und mehreren vergeblichen Anläufen, die finanzielle Gebarung für das Jahr 2003 für einen Entlastungsantrag überblickbar darzustellen.

Schade dass die großartigen sportlichen Leistungen im Jubiläumsjahr des Österreichischen Schützenbundes von solchen Schatten begleitet werden.

heb