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Richtungsstreit in der Internationalen Armbrust Union (IAU) Bis vor kurzem war die Frage, in welche Richtung sich der internationale Armbrustsport bewegt, noch relativ leicht zu beantworten. Seit der für 17.-22. September in Thaon les Vosges, Frankreich vorgesehenen Europameisterschaft 10 Meter und 30 Meter ( Match-Division ) ist die Beantwortung der Frage schwierig geworden. Was hat sich an diesen Septembertagen geändert? Offiziellen IAU-Aussagen und Agenturmeldungen zufolge haben sich die elf teilnehmenden Nationen trotz der zuletzt beim internationalen Wettkampf in Innsbruck vorangegangenen Warnungen über die seit l. Jänner 2002 geltende IAU-Regel hinweggesetzt, wonach es auch bei den Männern nur mehr Dreier-Mannschaften gibt. Sechs teilnehmende Länder (darunter auch Österreich, wo die Staatsmeisterschaft regelkonform mit Dreier-Mannschaften absolviert wurde) seien demnach mit Vierer-Teams angereist und mit Unterstützung der restlichen fünf Länder nicht bereit gewesen, sich an die vom Exekutivkomitee der IAU am 8. Juli 2001 beschlossene Mannschaftsstärke zu halten. Ebenso seien sie nicht bereit gewesen, einem zwischen Vertretern der IAU und des französichen Verbandes erreichten Kompromissvorschlag zuzustimmen. Die Folge davon war, dass der Veranstalter Frankreich von den anwesenden IAU-Mitgliedern in Kenntnis gesetzt wurde, dass die Veranstaltung nicht als Europameisterschaft anerkannt werden könne. Obwohl die IAU-Vertreter unter Mitnahme der EM-Medaillen abgereist waren, wurden die Wettkämpfe laut Bericht des österreichischen Bundessportleiters Armbrust mit Vierer-Mannschaften durchgeführt und vom Veranstalterland als Europameisterschaft deklariert. In diesem Zusammenhang bemerkenswert sind zwei Tatsachen: 1. dass dem Eklat schon im Sommer eine schriftliche, an die IAU gerichtete ultimative Forderung mehrerer Nationen (siehe Kopie auf Seite 7) vorausgegangen ist, mit der man den Weltverband der Armbrustschützen zwingen wollte, die Vierer-Mannschaften schon bei der Europameisterschaft 2002 zu akzeptieren, und 2. auch der Umstand, dass die im Juli in Kroatien ausgetragene Weltmeisterschaft Field-Armbrust, für die dieselben Regeln bezüglich der Mannschaftsstärke gelten, mit Dreier-Teams durchgeführt wurde. Weitere Details über die Geschehnisse vor und in Thaon sind auf den Seiten 4 bis 7 festgehalten. In welche Richtung sich der internationale und damit verbunden auch der nationale Armbrustsport bewegen werden, kann momentan wahrscheinlich niemand voraussagen. Es bleibt also nur zu hoffen, dass der Weg nicht wieder mit Methoden der „Straße“ beschritten wird und sich diejenigen, die dieses Mittel der Auseinandersetzung de facto bereits einmal gewählt haben, mit an den Verhandlungstisch setzen. Ordnungsgemäß zustande gekommene Wettkampfregeln dürfen in Zukunft weder durch Mehrheitsbeschlüsse unzuständiger Funktionäre noch durch Versäumnisse zuständiger Funktionäre unterlaufen werden. Denn die Armbrustsportler haben es nicht verdient, dass ihre sportlichen Wettkämpfe derart in Frage gestellt werden. heb |