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Schießsport
Regelmäßig große Erwartungen werden in den österreichischen Schießsport gesetzt, wenn Olympische
Sommerspiele vor der Tür stehen. Nicht nur von den Medien, die den Sportschützen für eine kurze
Zeitspanne relativ viel Platz und Zeit einräumen. Auch die Sportschützen, ihre Funktionäre und die
Anhängerschar pendeln bereits eine geraume Zeit vor den Olympischen Spielen zwischen Hoffnung, Bangen
oder Erwartung um ein gutes Abschneiden. Genauso wie die Olympioniken selbst.wieder mit Olympiamedaille Für den Tiroler Christian Planer ist der Traum jedes Sportlers, eine Olympiamedaille zu gewinnen, in Erfüllung gegangen. Buchstäblich mit dem letzten Schuss - nämlich seinem eigenen und dem seines Nachbarschützen - gelang es ihm, vom sonst eventuell drohenden undankbaren vierten Platz als Bronzemedaillengewinner auf das Podest zu steigen. Vergessen werden in diesem Moment alle Niederlagen gewesen sein, die er bei anderen Wettkämpfen erst im Finale hatte hinnehmen müssen. Zusammengezählt wird nach dem letzten Schuss, und der hat für Christian Planer traumhafte 10,6 Punkte gebracht. - Wir gratulieren herzlich! Kurze Zeit nach der Realisierung von Bronze wird bei Christian Planer aber auch die Erleichterung eingetreten sein, in der Vorbereitung auf Athen das Richtige getan zu haben. Darunter fällt sicherlich auch die Entscheidung, nach dem Luftgewehrwettkampf dem Rummel in Athen den Rücken zu kehren und in der Vertrautheit der Umgebung von Walchsee in Tirol neue Kräfte und Konzentration zu sammeln. Monika Haselsberger wird sich vielleicht fragen, ob sie in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat. Die Antwort darauf ist der nach Sydney 2000 abermals ausgezeichnete neunte Platz der jungen Mutter aus Scheffau, der neben den drei ebenfalls in Sydney erzielten neunten Rängen von Mario Knögler eine Seltenheit in der olympischen Sportgeschichte darstellt. Wolfram Waibel jun. ist bereits mit den zwei Olympiamedaillen aus Atlanta 1996 nach Athen gereist. Der Vorarlberger hat sich in den Augen einiger Fachleute wahrscheinlich etwas zu früh von der Qualifikation 3x40 und Luftgewehr zurückgezogen, um sich als Weltrekord-Mitinhaber auf die Liegendkonkurrenz zu konzentrieren. Im Gegensatz zum Luftgewehr ein ausgezeichnetes Ergebnis hat Thomas Farnik im Dreistellungswettkampf bis in das Finale gebracht. Dass man ihm als Mitinhaber des Mannschaftsweltrekords 3x40 am ehesten eine Medaille zugetraut hat, liegt an seinen Kämpferqualitäten, mit denen er in Finaledurchgängen schon wiederholt zu begeistern verstand. Bleibt also noch der in Sydney 2000 mit drei neunten Rängen nur denkbar knapp nicht in die Entscheidung um Medaillen gekommene Oberösterreicher Mario Knögler. Ob er selbst, sein Lehrwart und/oder sein mentaler Betreuer in der Vorbereitung etwas falsch gemacht haben, ist von Außenstehenden nur schwer zu beantworten. Tatsache ist, dass die finanziellen Mittel, die der Oberösterreichische Landesschützenverband aus der Verbandskassa und der Landesoberschützenmeister aus seiner Privatschatulle für die mentale Betreuung zur Verfügung gestellt haben, beträchtlich waren und eine Medaille verdient hätten. Je näher jedoch die Olympischen Spiele in Athen herangestanden sind, desto mehr musste man als Beobachter befürchten, dass der ruhige und sympathische Mario Knögler in den vier Jahren nach Sydney zu wenig Gelegenheit zum Ausspannen, sprich für eine Auszeit gehabt hat. Hoffentlich nimmt er sich in den kommenden vier Jahren wie ganz große Vorbilder im Schießsport die Zeit dazu. Die Zeit der Olympiade - also jene vier Jahre, die zwischen zwei Olympischen Sommerspielen liegen - wird somit von jenen zu nützen sein, die in Peking wieder dabei sein wollen. Aber auch vom Österreichischen Schützenbund, dem man nur wünschen kann, dass ihm nach Abschluss der schon über zehn Wochen ausstehenden, noch nicht entlasteten Jahresabrechnung jene Mittel zur Verfügung stehen werden, die für die Olympiakandidaten vor Athen in anerkennenswerter Weise aufgewendet wurden. - Denn der österreichische Schießsport möchte ja auch in Peking wieder verlässliche Medaillenanwärter in seinen Reihen haben. heb
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