Ausgabe 0807
Erfolge und Konflikte

Wie lange wird es sie noch geben? Die Erfolge, die Österreichs Sportschützen auf dem internationalen Parkett reihenweise einheimsen, während es auf der organisatorischen Seite immer wieder Sand im Getriebe gibt.

Ein sportliches Meisterstück ist unserer Gewehrmannschaft Thomas Farnik, Mario Knögler und Christian Planer mit dem Europameistertitel „Dreistellung“ auf die kurze Distanz gelungen. Nicht nur, dass sie die Konkurrenz mit großem Abstand hinter sich gelassen haben, ist ihnen die Revanche für Belgrad 2005 gelungen, wo man bei einer nachträglichen Bekleidungskontrolle wegen zu steifer Schießjacke nicht nur Thomas Farnik disqualifiziert hatte, sondern gleich die Mannschaft dazu.

Wenngleich nicht mehr die Jüngsten, sind diese drei Männer auf dem international hohen Niveau der österreichische Schießsport schlechthin. Im Gegensatz zum Niveau, auf dem sich in einigen Bereichen des ÖSB die Funktionärsarbeit abspielt.

Der kurzfristige Rücktritt von Mag. Alois Litschmann als Generalsekretär, der sich mit seinen organisatorischen Fähigkeiten nicht nur im Generalsekretariat, sondern auch bei Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften vielfach bewährt hat, und das kaum zu unterdrückende Murren in den Reihen der Länderchefs bei der Bundeshauptversammlung müssen zu denken geben. Zu undurchschaubar – weil zu spät begründet – waren die Entscheidungen über die Entsendung, aber auch die Nichtentsendung zur Europameisterschaft.

Wenn man zum Beispiel Frauen aus dem Gewehrbereich zu Hause lässt, weil man sich von ihnen für die Zukunft nicht mehr viel verspricht, wird man auf der Gegenseite so lange nicht viel einwenden können, als das für alle Disziplinen eine durchgängige Linie darstellt.

Die Linie, die man „Oben“ fährt, muss für Sportler wie auch für die Landesverbände klar zum Ausdruck kommen – sowohl in der Vorbereitungsphase als auch bei der Entscheidung. Zu hoffen, dass der Bundesoberschützenmeister auch bei der nächsten Bundeshauptversammlung wieder alle Konfliktbetroffenen werde beruhigen können, wird nicht unbegrenzt lange funktionieren. Denn von den sportlichen Erfolgen und der Mitgliederzahl her zu bedeutend sind jene Landesschützenverbände, die sich durch die EM-Entscheidungen für Granada nicht gut behandelt gefühlt haben.

Eines sollten die Entscheidungsträger als Konfliktträger immer bedenken: Sportler – und hier im Besonderen die Jugend – wollen fair behandelt werden. Haben sie das Gefühl, dass sie hauptsächlich dazu da sind, anderen zu dienen und nicht umgekehrt, dann verlieren sie sehr bald die Freude am Sport und sind für immer verloren.

Wie lange wird es sie also noch geben: die schönen Erfolge der letzten Jahre.

heb