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Österreichs Schießsport auf der Erfolgsstraße Die ISSF-Weltmeisterschaften in Zagreb haben gezeigt, dass es sie gibt – die Erfolgsstraßen einzelner Disziplinen im österreichischen Schießsport. Die Sparte Gewehr – ob 10 Meter, 50 Meter oder 300 Meter – ist momentan das Herzeigestück. Mit guten Straßenplanern, Straßenbauern und Erhaltern. Auch die Erfolgspflege gehört dazu. Einmal WM-Gold, dreimal Silber, dreimal Bronze, ein olympischer Quotenplatz und mehrere hocherfreuliche Spitzenplätze außerhalb von Edelmetall in Zagreb sind Erfolge, die sich sehen lassen können und um die das kleine Österreich vielfach beneidet wird. Beneidet in erster Linie um die seit dem Abgang von Wolfram Waibel jun. vom Quartett zum Trio mutierten Thomas Farnik, Mario Knögler und Christian Planer. In letzter Zeit glaubte man, diese drei Gewehrmänner da und dort als die „Heiligen Drei Könige“ apostrophieren zu müssen, weil ihnen vom ÖSB zusätzliche Vorbereitungsmöglichkeiten geboten, anderen aber nicht im gewünschten Ausmaß gewährt wurden. Doch auch in Schießsportdiskussionen sollte man die Kirche im Dorf lassen, deren angemessener Platz schon von Alters her (und das aus guten Gründen) immer die Dorfmitte war. Die olympischen Disziplinen stehen nicht zuletzt im Mittelpunkt des Interesses, weil sie öffentlichkeitswirksam sind und weil mit den dortigen Erfolgen auch die anderen Sparten einer Sportart profitieren. Ganz abgesehen von der Sogwirkung, die sich wegen der medialen Präsenz auf die Nachwuchsarbeit auswirkt. Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu – das zeigt sich beim Gewehrnachwuchs, der – siehe WM-Ergebnisse – schon „Gewehr bei Fuß“ steht, um zu höheren Aufgaben gerufen zu werden. Der ehemals erfolgreichere Pistolenbereich wird da noch einige Zeit brauchen, weil es in der Vergangenheit an guten Planern, Bauern und Erhaltern der Erfolgsstraße gefehlt hat. Gute Ansätze sind aber schon erkennbar. Wie wichtig die Erfolgspflege ist, hat sich in der Berichterstattung aus Zagreb gezeigt. Der ÖSB hat im Schweizer Schießsportjournalisten Werner Hirt schon seit längerem einen Mann zur Verfügung, der sein Metier im Bewusstsein beherrscht, dass im Geschäft der tagesaktuellen Medien nichts älter ist als eine Meldung von vorgestern und wo alte Hüte nur schwer zu verkaufen sind. Dank Werner Hirt waren wir zu Hause über den ORF-Teletext oft schneller im Bilde, als dies auf der Homepage WM Zagreb der Fall war. Abgesehen davon, dass die Spitzenergebnisse in vielen Printmedien zu lesen waren – in der auflagenstärksten heimischen Zeitung der Weltmeistertitel von Thomas Farnik in einem Atemzug mit dem EM-Ausrutscher des österreichischen Schwimmersterns Markus Rogan –, gab es im Teletext auf Seite 247 an einem Tag bis zu drei Unterseiten, wo man jede Platzierung lesen konnte. Wer glaubt, den Lesern nur Spitzenleistungen zumuten zu können und weniger gute Leistungen medial verschweigt oder gar gut darstellt, wird bei den Medien bald auf mangelndes Interesse stoßen. Ein Prüfstein wird in dieser Hinsicht die Medienarbeit bei der Ende August in den oberösterreichischen Städten Steyr und Linz stattfindenden Armbrust-Weltmeisterschaft sein. heb |