Ausgabe 0707
Ein Leben für den Schießsport

Ein Mann, dem der Schießsport am 21. Mai 1927 offenbar schon mit in die Wiege gelegt wurde, scheint der Tiroler Ehren-Bundesschützenrat Medizinalrat Dr. Friedl Pezzei zu sein.

Schon im zarten Alter von zehn Jahren durfte der Jüngling, dessen Großvater Oberschützenmeister des Schützenvereins von Cortina d’Ampezzo und dessen Vater Benjamin 1937 Oberschützenmeister der Hauptschützengesell-schaft Innsbruck war, beim Simon- und Judasschießen in Innsbruck seinen ersten Schuss machen.

Die erste ehrenvolle Aufgabe – nämlich der Dienst als Zieler beim Tiroler Landesschießen – stand Friedl Pezzei schon ab 1940 ins Haus und parallel dazu seine schießsportliche Karriere, die von 1942 bis 1944 mit mehreren Jugendmeistertiteln in Tirol/Vorarlberg und auf gesamtdeutscher Ebene gekrönt wurde. Dass Friedl Pezzei in dieser Zeit als Sechzehnjähriger bei einem Luftwaffenangriff auf Innsbruck schwer verletzt wurde, konnte seine Begeisterung für den Schießsport nicht beeinträchtigen. Die Aufnahme in die damalige Tiroler Männermannschaft und in die deutsche B-Nationalmannschaft war die nächste Stufe auf seinem sportlichen Weg, von dem noch einige Standrekorde in den Disziplinen Kleinkalibergewehr in Erinnerung sind.

1948 war Friedl Pezzei sowohl bei der Gründung des Tiroler Sportschützenverbandes dabei, was noch der Zustimmung der französischen Besatzungsmacht bedurfte, als auch als Ersatzmann in der nur aus Tirolern bestehenden österreichischen Olympiamannschaft für London.

Nach zahlreichen Einsätzen bei internationalen Wettkämpfen war er von 1951, dem Jahr seines ersten Staatsmeistertitels, bis 1955 Schützenrat des Tiroler Landesschützenbundes. In diese Zeit fällt auch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Helsinki.

Dass nicht nur der persönliche, sondern auch der sportliche Horizont von Friedl Pezzei weit über die Grenzen Tirols hinausreicht, zeigt uns seine Mitwirkung bei der Wiedergründung des Wiener Schützenvereins im Jahre 1956 und in der Folge die Erringung von Wiener und niederösterreichischen Landesmeistertiteln. Die oftmalige Führung der österreichischen Nationalmannschaft im Sportschießen bei Europa- und bei Weltmeisterschaften wie auch bei Olympischen Spielen beweist darüber hinaus seine Fähigkeit, Menschen zu führen, was bei Sportlern sicherlich einer zusätzlichen Qualität bedarf.

Alle Funktionen, sportlichen Erfolge und Ehrungen anzuführen, die diesem Urgestein des österreichischen Schießsports im Inland und im Ausland zuteil wurden, würde den zur Verfügung stehenden Platz in der Österreichischen Schützenzeitung sprengen. Doch eines wollen wir abschließend mit Stolz noch vermerken: Es ist die Tatsache, dass der seit 21. Mai, also noch taufrische Achtziger Friedl Pezzei anno 1954 Mitbegründer der neu herausgegebenen Österreichischen Schützenzeitung war.

Die Österreichische Schützenzeitung hat in den vergangenen 20 Jahren, über die der Schriftleiter aus eigener Erfahrung berichten kann, immer wieder von Friedl Pezzeis Verständnis für die schießsportliche und die mit Tradition verbundene Medienarbeit profitiert.

Dafür ein aufrichtiges Dankeschön und die besten Wünsche für noch viele schöne Jahre im Kreis der österreichischen Sportschützen!

heb