Ausgabe 0508
Österreichische Meisterschaften,
wie man sie gerne sieht

Wer am 11. und 12. April in Kufstein die „Österreichische Meisterschaft für Luftdruckwaffen“ miterlebt hat, wird wohl mit dem Gesamteindruck nach Hause gefahren sein, dass es eine gelungene Veranstaltung war. In zwei Tagen ein Riesenaufgebot an Schießsportlern durch die Wettkämpfe LG, LP1 und LP5 sowie Laufende Scheibe zu führen war eine große Herausforderung, der sich die Tiroler gestellt und die sie letztendlich auch gut bewältigt haben. Die verantwortlichen Funktionäre haben Ruhe, Gelassenheit und Konzentration auf das Wesentliche gezeigt. Sie waren Garanten für den Erfolg, der auch nicht in Frage gestellt werden konnte, wenn da und dort versucht wurde, von außen Hektik in Detailabläufe zu bringen.

Dass man in Tirol Feste zu feiern weiß, haben die beiden Siegerehrungen gezeigt. Trachtenmusik und Schützenkompanie in ihren schmucken Uniformen waren aufmarschiert, um den Sportlern und der versammelten Prominenz mit dem Tiroler Landeshauptmann an der Spitze die Ehre zu erweisen. Dass der Koalitionspartner in der Person des Landesrates für Sport sowie der Landeshauptmann mehrere Stunden für den Schießsport erübrigen konnten – in einer Zeit, wo Landeswahlen vor der Tür stehen – zeigt die Verbundenheit der Tiroler nicht nur mit ihren Schützen, sondern auch mit den Sportschützen ganz allgemein.

Eine besondere Note bekamen die Siegerehrungen, wenn zu den von der Musikkapelle intonierten Landeshymnen von drei strammen Fähnrichen die Landesfahnen aufgezogen wurden. Und wenn man sehen, ja sogar hören konnte, wie der Tiroler Landeshauptmann als Bundesoberschützenmeister mit seinem kaum überhörbaren Bass die Tiroler, aber auch die oberösterreichische Landeshymne mitsang. – Ein nicht alltägliches Bild, das seine optische Krönung in der Vorführung einer Tanzgruppe fand, die in ihrer Farbenpracht an Träume aus „Tausendundeiner Nacht“ erinnerte.

Das Kufsteiner Rahmenprogramm zu überbieten wird für die nächsten Veranstalter von „Österreichischen Meisterschaften“ im Sportschießen wohl schwer sein. Den sangesfreudigen Kärntnern kann man da allerdings einiges an Abwechslung zutrauen. Vom wettkampfmäßigen Ablauf gesehen wurde von den Kärntnern jedenfalls die Aufteilung der Wettkämpfe auf drei Tage angekündigt.

heb