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Schönes und weniger Schönes
Von seinen schönsten Seiten hat sich der österreichische Schießsport im April gezeigt, wenn wir auf
den Weltcup in Athen und auf die Österreichische (Staats-)Meisterschaft in den 10-Meter-Disziplinen
Luftgewehr, Luftpistole und Laufende Scheibe in Liezen zurückblicken.im österreichischen Schießsport Monika Haselsberger stellte bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele in Athen einmal mehr unter Beweis, dass sie auch nach der Mutterschaftspause zur absoluten Weltklasse gehört und sich mit ihrer Silbermedaille und dem Luftgewehr-Weltrekord von 400 Ringen (Punkten) jenen Olympiastartplatz verdient hätte, den sie in den vorangegangenen internationalen Bewerben um die Quotenplätze nur denkbar knapp verfehlt hat. Schon bei der Staatsmeisterschaft in Liezen fehlte der Europameisterschaftsdritten von Györ lediglich ein Ring auf das Maximum von 400. Dieses Ergebnis wäre wohl der verdiente Lohn für die Frauen und Männer um den steiermärkischen Landesoberschützenmeister Dr. Gerwald Schmeid gewesen, denen es mit den Schießsportfunktionären der Bezirksstadt Liezen an der Spitze gelungen ist, eine mustergültige Meisterschaft über die Bühne zu bringen. Begleitet von drei Tagen mit Sonnenschein und schönen Trachten, wie sie den mehr als 500 Aktiven und Funktionären bei den Eröffnungsfeierlichkeiten, den Siegerehrungen und am Palmsonntag begegnet sind. Schade, dass diese schöne, im 125. Jahr des Bestehens des Steiermärkischen Landesschützenbundes stattfindende Veranstaltung von mehreren Schatten getrübt wurde, die auf Fehlleistungen maßgeblicher Führungsfunktionäre des Österreichischen Schützenbundes bzw. deren fehlinterpretierbare Aktivitäten zurückzuführen sind. Einer der Schatten war die betrübliche Tatsache, dass die Kassenprüfer bei der am zweiten Veranstaltungstag stattfindenden Bundeshauptversammlung des Österreichischen Schützenbundes keinen Antrag auf Entlastung des Kassiers stellen konnten. Dessen Integrität steht zwar nicht in Frage, doch war es den Kassenprüfern nicht möglich, buchhalterisch gesicherte Gesamtergebnisse über die finanzielle Gebarung des ÖSB zu ermitteln. Schuld daran war die offensichtliche Überforderung des Kassiers bei der Einrichtung und Handhabung einer zeitgemäßen EDV-unterstützten Buchhaltung. Es bleibt zu hoffen, dass es innerhalb der von der Bundeshauptversammlung gesetzten Frist bis zur 25. Kalenderwoche gelingt, die Buchung der einzelnen Geschäftsfälle nach sachlichen Kriterien so zu tätigen, dass es zu einer neuerlichen Kassenprüfung und zu einem ordnungsgemäßen Rechnungsabschluss kommen kann. Auf einer anderen Ebene betrüblich war der Umstand, dass vor der Bundespräsidentenwahl – von wem immer gewollt oder ungewollt – Parteipolitik in den österreichischen Schießsport gelangt ist. Auf subtile Art auch an die Schützengilden und Vereine gerichtete Schreiben konnten dort naturgemäß nicht nur Sympathien wecken, sondern haben auf Landesverbandsebene bis zum öffentlich deklarierten Vertrauensverlust nach oben geführt. Die auf den Seiten 42 und 43 in Kopie wiedergegebenen, an einen Schützenverein adressierten Schriftstücke sind der Österreichischen Schützenzeitung bereits im März zugegangen, doch wurde auf ihre Wiedergabe vor der Wahl verzichtet. Der Zeitpunkt Aprilausgabe wäre ungeeignet gewesen und hätte den sich an der Basis abzeichnenden Unfrieden nur noch medial verstärkt. Dem Bundesoberschützenmeister kann man nur wünschen, dass es ihm gelingt, mit vertrauensbildenden Maßnahmen das in Brüche gegangene Porzellan zu kitten. Auf keinen Fall sollten aber Gräben entstehen, die (auch) den Österreichischen Schützenbund in einen Westen und einen Osten unterteilen. heb |