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Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten Auf schöne und harmonisch verlaufene Wettkämpfe können die Veranstalter der Österreichischen (Staats-)Meisterschaften für Luftgewehr, Luftpistole und Laufende Scheibe zurückblicken. Für die Lichtseiten hatte der Vorarlberger Schützenbund schon mit der Wahl des Bregenzer Festspielhauses als Veranstaltungsstätte gesorgt, wo man vom gemütlichen Restaurant aus und bei den dort ablaufenden Siegerehrungen einen wunderbaren Blick auf den Bodensee und die beeindruckende Architektur der im Aufbau befindlichen Seebühne hatte. Lichtseiten waren auch viele sportliche Auseinandersetzungen, deren Ausgang erst bei den letzten Schüssen feststand. Die in den Männerklassen Luftgewehr und Luftpistole Unterlegenen und die Zweitplatzierte im Bewerb Luftpistole Frauen werden dies naturgemäß etwas anders gesehen haben, doch waren sie in den Finaledurchgängen für jene Spannung mit verantwortlich, die der Schießsport mehr denn je notwendig hat. – Man denke nur an die Forderungen des Internationalen Olympischen Komitees nach zuschauerattraktiven Wettkämpfen und die Bestrebungen, aus Kostengründen mehrere Disziplinen aus dem olympischen Programm zu streichen. Die Wettkämpfe für die Schießsportinteressierten attraktiver zu machen ist den Vorarlbergern dadurch gelungen, dass man die international vielfach bewährten und auch bei den Olympischen Spielen in Athen zum Einsatz kommenden SIUS-Anlagen wie im Vorjahr in Wels mit Videowall angemietet hat. Es wäre wünschenswert, wenn es den Steiermärkern gelänge, nächstes Jahr in Liezen Vergleichbares zu bieten. Ein weiterer Lichtpunkt war die erstmalige Zulassung der Seniorinnen Luftpistole. Sie durften nach Jahren vermeidbarer Wartezeit aus dem Schatten heraustreten, den der seinerzeit zuständige Bundessportleiter, von wenigen assistiert, für notwendig erachtet hat, um die Spitzensportentwicklung im ÖSB sicherzustellen. Frauen im Alter von 45 Jahren und darüber sollte es auch in Zukunft unbenommen bleiben, selbst bestimmt zu entscheiden, in welcher Altersklasse sie an- oder überhaupt nicht antreten. In Bregenz war es vermutlich das erste Mal, dass bei einer vergleichbaren Meisterschaft des ÖSB ein ausländisches Präsidiumsmitglied der Europäischen Schützenkonföderation zu Gast war. Werner Hirt, Schweizer Schießsportjournalist mit Sitz auch in der ISSF, machte mit seinem Besuch dem Bundesoberschützenmeister und seinem Team eine große Freude. Auch die 47. Ordentliche Tagung der Bundeshauptversammlung des Österreichischen Schützenbundes war überwiegend von Lichtseiten gekennzeichnet. Gleich zu Beginn der Besuch des Vorarlberger Sportlandesrates Mag. Siegi Stemer, der die Frohbotschaft des Bundesoberschützenmeisters Dr. Gottfried Feurstein mitvernehmen konnte, dass das ÖOC für die beiden Quotenplatzbeschaffer Mario Knögler und Wolfram Waibel jun. die Entsendungskosten zu allen internationalen Großveranstaltungen übernehmen werde. Ein Umstand weniger, der wie im Vorjahr dafür sorgen könnte, den beiden Spitzenschützen die Teilnahme allein aus finanziellen Gründen zu verwehren. Die Bekanntgabe des Bundesoberschützenmeisters, dass vom Sportministerium Mittel für die Förderung des Nachwuchses und der Frauen bereitgestellt wurden, gibt den kreativen Funktionären im ÖSB die Möglichkeit tätig zu werden und verpflichtet die Verantwortlichen gleichzeitig, Erkennbares zu tun. Nicht unter den Tisch wird der Schatten gekehrt werden können, den die Fachreferentin für Trainer- und Lehrwartewesen und Kampfrichterausbildung Christine Strahalm mit ihrem mündlichen Bericht auf die Tagung geworfen hat (siehe Seite 7). Wieweit er sachlich gerechtfertigt war, werden die Führungsgremien des ÖSB nachzudenken haben. Der von Frau Christine Strahalm gewählte Zeitpunkt war aber im Zusammenhang mit einem großen Teil ihrer Wortwahl allein schon wegen der Anwesenheit eines Gastes nicht am Platz. Nicht zu beneiden sind jedenfalls diejenigen, die sie im nachfolgenden Wahlgang (weil vorab besprochen) einstimmig wählen „mussten“. – Schatten und Licht sind offensichtlich auch hier untrennbar miteinander verbunden. heb |