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Von Wels nach Sydney, Shanghai, Komarom und Tolmezzo Eine Staatmeisterschaft mit Impulsen für die Zukunft des österreichischen Schießsports sollte es in Wels geben. Ob die Bestrebungen des Veranstalterlandes Oberösterreich auch aufgegangen sind, darüber wird es je nach Standort des Betrachters (sie!) geteilte Meinungen geben. Tatsache ist, dass die Anmietung der SIUS-Anlagen, die zwei Wochen zuvor bei der Europameisterschaft in Saloniki verwendet wurden und derzeit internationalen Standard darstellen, ein guter Griff war. Und Faktum ist auch, dass der Mut technisch begabter Vereinsfunktionäre aus Wels von Erfolg gekrönt war, mit relativ einfachen Mitteln und mit viel Köpfchen eine LP5-Anlage zu bauen, die den internationalen Regeln entspricht. Geteilter Meinung mögen Betrachter dann sein, wenn sie die Sinnhaftigkeit der vorangegangenen Diskussionen über die Eignung einiger Sportfunktionäre im Österreichischen Schützenbund und die damit verbundenen Medienberichte im Auge haben. Die aus subjektiver Sicht geäußerte und in Details möglicherweise nicht ganz dem Gesagten wiedergegebene Kritik hat nichtsdestoweniger dazu geführt, dass man sich im ÖSB an höchster Stelle damit befasst und in der Jahreshauptversammlung Feststellungen dazu getroffen hat. Die Feststellung des Bundesoberschützenmeisters, dass sowohl die betroffenen Bundessportleiter als auch die Kritiker das Vertrauen des Präsidiums des ÖSB genießen, hat zu einer wohltuenden Beruhigung geführt, die hoffentlich nicht nur von vorübergehender Dauer sein wird. In Wels war vom sportlichen Ergebnis her gesehen nicht gerade der Tag des Mario Knögler. Der Druck, zumindest zu Hause Luftgewehr-Staatsmeister zu werden, war im Zusammenhang mit den "Nebenjobs", die sich der bereits seit einigen Jahren beste österreichische Sportschütze hier aufgehalst hat, offenbar nur für Außenstehende sichtbar zu groß. Mitarbeiten beim vorangehenden Standaufbau, Medienrummel, Firmenrepräsentation, Mitgestalten der Siegerehrungen und dazwischen Botendienste für den Veranstalter können in Summe nicht jene Konzentration übrig lassen, die in der Weltklasseriege der österreichischen Luftgewehrschützen für einen Staatsmeistertitel notwendig ist. - Nicht nur Mario Knögler selbst sollte daraus etwas gelernt haben. Mit gemischten Gefühlen ist die österreichische Mannschaft, aus der sich Monika Haselsberger (zunächst einmal vorübergehend) abgemeldet hat, zum Weltcup nach Sydney gereist. Und möglicherweise etwas zu spät angekommen, schien der schwache Luftgewehrstart nichts Gutes für die weiteren Kämpfe zu verheißen. Doch Mario Knögler, den man schon in einem Formtief vermutete, ließ es sich nicht nehmen, mit einem Sieg im 60-Schuss-Liegendkampf den Bann für die österreichischen Sportschützen zu brechen. Der erste österreichische olympische Quotenplatz für Athen 2004 war somit zwar nicht für ihn selbst, aber für den ÖSB eingefahren. Sein weiterer Erfolg mit dem 8. Finalerang in 3x40 ließ die österreichische Mannschaft von Sydney entspannt zum Weltcup nach Shanghai fahren, wo sich neben einem beachtlichen 10. Platz von Wolfgang Psenner mit der Freien Pistole und einem vierten Platz von Wolfram Waibel jun. mit dem Luftgewehr für Mario Knögler zwei weitere Stockerlplätze einstellten. Sozusagen zum Drüberstreuen bei 60 Liegend und nur für Insider nicht überraschend auch mit dem Luftgewehr. In Summe absolute Weltspitze, für deren Erreichen in Sydney und in Shanghai wohl alles gestimmt haben muss - auch das Mannschaftsklima. Die Spitzenergebnisse unserer zweiten Garnitur auf den Nebenschauplätzen sind ebenso erfreulich wie sie nach Berücksichtigung bei der Zusammenstellung der ersten Garnitur heischen werden. Den Verantwortlichen des ÖSB ist dabei eine glückliche Hand zu wünschen. Sollte ein gutes Klima in den Mannschaften (auch) von Wels ausgehend über Sydney nach Shanghai bzw. nach Komarom und Tolmezzo geführt haben und weiterhin andauern, dann war die vor und in Wels geäußerte Kritik positiv impulsgebend. heb |