![]() |
Sportliche Erfolge und
Wieder in Topform und an der Weltspitze vorne dabei zeigte sich bei der Europameisterschaft in Györ
die Tirolerin Monika Haselsberger.verantwortungsvolle Jugendarbeit Mit der Luftgewehr-Bronzemedaille hat sie Österreich nicht nur in die Medaillenränge gebracht, sondern würde sich auch einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Athen verdienen. Vielleicht lassen die Verantwortlichen in den olympischen Entscheidungsgremien eine Ausnahme zu und Gnade vor Qualifikationsrichtlinien walten, auch wenn der olympische Qualifikationszug schon vor der Europameisterschaft abgefahren ist. Das sehenswerte Comeback nach der mutterschaftsbedingten Pause sollte eigentlich den notwendigen Eindruck hinterlassen haben. Ebenso beeindruckt hat in Györ als Fünftplatzierte die Tirolerin Sonja Embacher, die wie Monika Haselsberger das beste Finaleergebnis erzielt hat – und mit etwas Abstand auch die in der Anfangsphase des Wettkampfes glücklos agierende Oberösterreicherin Regina Time. In beiden Fällen Frauen, die der Altersklasse der Juniorinnen gerade erst entwachsen sind. Die individuelle und verantwortungsvolle Jugendarbeit hat bei diesen Spitzensportlerinnen also Früchte getragen und man darf gespannt sein, wer die Vaterschaft für den Erfolg anmelden wird. Sicherlich werden es, wie bei Siegen üblich, mehrere sein – so wie Niederlagen in der Regel Waisenkinder bleiben. Verantwortungsvolle Jugendarbeit und neue Wege an der Basis zeigen uns die beiden Beispiele auf der Titelseite. Vielleicht hat man sich in der Tiroler Gemeinde Münster und bei den Luftpistolenschützen in Vorarlberg ein Beispiel an anderen Sportarten genommen, um für Nachwuchs im eigenen Sport zu sorgen. Oder es handelt sich – dann umso erfreulicher – um die eigenständige Arbeit von Funktionären, denen der Schießsport am Herzen liegt und die in der Lage sind, Entwicklungen vorauszusehen. Beide Eigenschaften: der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus und der Mut für neue Wege verdienen ein Lob und eine mit Beispiel voran gehende ideelle, organisatorische und auch finanzielle Unterstützung von oben. Mögen bei Psychologen, Pädagogen, bei den im Althergebrachten Verwurzelten oder bei den Besserwissern Bedenken aufkommen, schon Kinder für den Schießsport zu interessieren, dann sei den Besorgten empfohlen, sich einmal mit dem Begriff „Zielsport“ auseinander zu setzen und dabei die Assoziation mit dem scheinbar zwangsläufig verbundenen Begriff „Waffe“ wegzulassen. Dem Schießsport muss es unbenommen bleiben, mit seiner Jugendarbeit auf verantwortungsvolle Art für seinen Nachwuchs zu sorgen. – So wie man von diesem Sport im olympischen Vierjahresrhythmus regelmäßig Medaillen erwartet, zumindest aber erhofft. heb |