Ausgabe 0403
11. bis 13. April:
ÖSTM 10-m-Bewerbe und Weichenstellungen für die Zukunft

Mit großer Aufmerksamkeit blickt der österreichische Schießsport heuer nach Bregenz, wo vom 11. bis 13. April an die 500 Schießsportlerinnen und Schießsportler aus dem LG-, LP- und Bereich Laufende Scheibe ihre Staatsmeister und Österreichischen Meister ermitteln, – und wo der Österreichische Schützenbund zur gleichen Zeit auch Neuwahlen durchführen wird.

Es war also nahe liegend, dass das Veranstalterland Vorarlberg alle Anstrengungen unternehmen wird, um den Teilnehmern und den Anhängern des Schießsports etwas Besonderes zu bieten.

Unter Landesoberschützenmeister NR-Abg. a. D. Dr. Gottfried Feurstein konnten die rührigen Vorarlberger kein Geringeres als das Festspielhaus für diese Großveranstaltung gewinnen. Also jenes Haus am Bodensee, das seinen Zweck in erster Linie als Theater- und Kongresshaus erfüllt und das in den Monaten Juli und August rund 200000 musik- und theaterbegeisterte Gäste aus aller Welt an den Bodensee lockt.

Die Werkstattbühnen – für sich ein Meisterstück moderner Architektur – werden den Sportlerinnen und Sportlern für drei Tage jene Bretter bieten, die ihnen die Welt bedeuten. Und das Aufeinandertreffen des Ende März beim Internationalen Wettkampf in München antretenden Nationalkaders mit dem Rest der österreichischen Luftgewehr- und Luftpistolenelite sollte ein zusätzlicher Reiz sein, die Veranstaltung zu besuchen.

Nicht minder interessant werden die Entscheidungen sein, die der Österreichische Schützenbund im Rahmen der Bundeshauptversammlung treffen wird.

Wenngleich in puncto Neuwahlen bereits das meiste in die von der Mehrheit gewünschten Bahnen gelenkt zu sein scheint, wird es nach den Wahlen erfüllte und auch unerfüllt gebliebene Hoffnungen geben.

Ihre Funktionen zurückgelegt haben die Bundessportleiter Günter Kronberger (Gewehr) und Heinz Schleser (Vorderlader). Aus freien Stücken in ihren Funktionen nicht mehr zur Verfügung stehen wollen dem Vernehmen nach der ehemalige Sportdirektor DI Fritz Schattleitner als beratendes Mitglied des Präsidiums und Mitglied des Finanzausschusses und der Kassier des ÖSB Landesschützenmeister Siegfried Caser, der als Chef des Organisationskomitees der ÖSTM noch einmal seine alemannischen Fähigkeiten unter Beweis stellen wird. Gerne wird man sie ob ihrer Verdienste um den österreichischen Schießsport sicherlich nicht gehen lassen, doch andererseits wohl Rücksicht auf ihr Alter nehmen müssen.

Ob man einen Blick über die Grenzen wagen wird, um die Frauen und die Jugend direkter in die Organisationsarbeit des Österreichischen Schützenbundes einzubinden, wird sich zeigen. Genauso wie sich zeigen wird, ob man im ÖSB den Mut aufbringt, neben der Straffung der eigenen Strukturen für die Landesverbände ausgewogenere Mitsprachemöglichkeiten zu schaffen.

Und nicht zuletzt werden sich ÖSB und VJWÖ wohl auch Gedanken darüber machen, wie man der an die ISSF gerichteten Forderung des IOC nachkommen kann, aus Kostengründen bereits bei den Olympischen Spielen 2008 (Peking) auf zwei der siebzehn olympischen Schießsportdisziplinen zu verzichten. Die Europäische Schützenkonföderation (ESC) hat ihre Mitglieder jedenfalls bis Mai um eine Äußerung hiezu ersucht.

heb