Ausgabe 0310
Im Schießsport am Puls der Zeit

Wenn die Österreichische Schützenzeitung im März etwas später erscheint, dann muss das einen Grund gehabt haben. Es war der internationale Terminkalender für die Europameisterschaft Luftgewehr, Luftpistole und Laufende Scheibe, die vom 7. bis 14. März 2010 in Meraker (Norwegen) stattgefunden hat.

Wir wollten am Puls der Zeit bleiben und von dort – wie schon so oft bei Europameisterschaften – über herausragende Erfolge berichten. Leider ist nichts daraus geworden. Sieht man davon ab, dass die Frauenmannschaft Luftgewehr den Stockerlplatz mit dem seit 2004 stärksten Ergebnis nur ganz knapp verfehlt hat, gab es keine Medaillen und keinen Einzug ins Finale. Wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten den Teilnehmern in der Vorbereitung geboten wurden und wie sehr sich Bundessportleiter und Trainer bemüht haben, bitter: Aber auch Aushängeschilder unter den österreichischen Paradesportarten befinden sich – siehe Vancouver – in einem Wellental.

Einen Lichtblick hat es in Meraker aber doch gegeben. Cornelia Enser, von der manche es eher nicht erwartet haben, hat einen Quotenplatz und somit die Fahrkarte zu den Youth Olympic Games (YOG) vom 14. bis 26. August 2010 in Singapur geschafft. Weil man von diesen 1. Olympischen Jugendfestspielen in der österreichischen Schießsportöffentlichkeit kaum etwas gehört oder gelesen hat, könnte man meinen, dass man sich ganz oben einen Quotenplatz nicht zugetraut hat und deshalb eine dem Ereignis entsprechende mediale Aufbereitung unterblieben ist. – Wie dem auch sei, Cornelia Enser steht gerade deshalb auf der Titelseite der Österreichischen Schützenzeitung ganz oben. Gerne hätten wir neben ihr auf Seite 1 auch den Luftgewehr-Junior Stefan Rumpler gebracht, dem für das Erreichen des begehrten sechsten Quotenplatzes nur denkbar wenig gefehlt hat.

In der Märzausgabe bleibt die ÖSZ aber auch auf anderen Gebieten am Puls der Zeit. Hilfe bei Gewalt gegen Frauen findet auf Seite 44 einen Hinweis auf die österreichweite Frauenhelpline. Noch mehr erregt sexueller Missbrauch bereits wochenlang die Gemüter moralisch Besorgter – und, wie könnte es anders sein, auch die Gemüter von Scheinheiligen. Dem sexuellen Missbrauch im Schießsport vorzubeugen ist die Absicht der Österreichischen Schützenzeitung, wenn auf den Seiten 44 und 45 auf die Institution Call4Girls & Call4Boys hingewiesen wird. Wann, wenn nicht jetzt, sollen junge wie erwachsene Menschen, ob Sportler, Eltern oder Funktionäre, auf Gefahren und vorbeugende Möglichkeiten hingewiesen werden. Es liegt uns momentan fern, in der Vergangenheit zu wühlen, um irgendetwas zu finden. Es genügt, wenn Leute, die in der Vergangenheit allenfalls Schuld auf sich geladen haben, darüber nachdenken. Geschädigte vergessen das Unrecht, das man ihnen angetan hat, nicht.

Am Puls der Zeit will die Österreichische Schützenzeitung mit dem Aufreger der vergangenen Wochen bleiben, indem sie auf den Seiten 45 bis 48 die Hersteller von CO2- und Druckluftkartuschen zu Wort kommen lässt. Die Österreichische Schießordnung (ÖSCHO) in der momentan noch geltenden Fassung hat, was die Kontrollen betrifft, leider weit über das Ziel geschossen und in der Folge ratlose Veranstalter zu nutzlosen Handlungen verführt. Dass man das im Österreichischen Schützenbund letztendlich doch erkannt hat, kann man in der am 15. April 2010 wirksam werdenden Revision erkennen.

Für März abschließend legen wir den Finger auf einen Puls der Zeit, der erst bei der ÖSTM Luftgewehr, Luftpistole und Laufende Scheibe 2010 in Herzogenburg zu schlagen beginnen wird. Es ist (siehe Seite 6) der Versuch des rührigen und innovativen Tiroler Pistolenschützen Rudi Sailer, im Internet einen Schießsportkanal ins Leben zu rufen. Dieser Schießsportkanal soll uns in der Medienarbeit einen weiteren Schritt nach vorne bringen.

heb