Ausgabe 0309
Erfolge unter widrigen Umständen

Offensichtlich schwerer als sonst erkämpft waren die Erfolge, die Österreichs Sportschützinnen und Sportschützen bei der Europameisterschaft Luftgewehr, Luftpistole und Laufende Scheibe 2009 in Prag erzielt haben. Folgt man den Berichten unserer verantwortlichen Funktionäre, dann hat in Prag einiges nicht funktioniert.

Erfahrene Spitzenleute, wie der am Einzug ins Luftgewehrfinale nur knapp gescheiterte Thomas Farnik sind durch mangelhafte Rahmenbedingungen nicht mehr so schnell aus den Angeln zu heben, doch können auch ihre Leistungen darunter leiden. Mit Mario Knöglers Routine und Martin Strempfls Kampfgeist bis zur letzten Minute hat es trotzdem gereicht, mit Thomas als Drittem im Bunde die Bronzemedaille Luftgewehr Mannschaft nach Österreich zu holen.

Respekt auch vor den Top-Ten-Platzierungen, die von der erstmals bei einer EM antretenden Luftgewehr-Juniorin Cornelia Enser und der gerade erst in die LG-Frauenklasse entwachsenen Stephanie Obermoser erreicht wurden. Wenn die anderen Österreicherinnen und Österreicher ihr angestrebtes Ziel nicht erreicht haben, können sie sich beim Blick in die Ergebnislisten vielleicht mit der Tatsache trösten, dass es vielen großen Namen nicht viel besser ergangen ist und dass die negativen Begleitumstände hoffentlich gleichmäßig verteilt waren.

Dass sich die Mannschaftsführung ihren Frust von der Seele geschrieben hat, ist gut, weil eine Funktion auch im Nachhinein wahrzunehmen ist. Unsere Sportlerinnen und Sportler bekommen so die Gewissheit, dass die österreichischen Funktionäre in Prag nicht privilegierte Sporttouristen waren, sondern sich auch um die Zukunft kümmern. Denn die Kritik über die EM in Prag verpflichtet nicht zuletzt auch diejenigen, die in Zukunft bei uns zu Hause internationale Großveranstaltungen durchzuführen haben werden.

heb