Ausgabe 0207
Der Auftakt zur neuen Schießsaison

Nicht wie in der Musik, wo man als Auftakt in der Regel jene kurzen Noten bezeichnet, die den nicht betonten Beginn eines musikalischen Teilstücks darstellen, sind die Internationalen Wettkämpfe in Pilsen und in München bereits zu betonende Veranstaltungen im jährlichen Schießkalender. Das sowohl für die wettkampferprobten Spitzenschützen aus dem Luftgewehr- und Luftpistolenlager als auch für jene, deren sportliches Ziel die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen ist.

Wenngleich über die Namen der Teilnehmenden noch ein Entsendungsmodus entschieden hat, der bereits ein Ablaufdatum trägt, so lässt die Mischung aus Jung und Alt doch erkennen, dass man im Österreichischen Schützenbund nicht nur auf die absoluten Spitzenschützen Rücksicht nimmt, sondern man räumt am anderen Ende auch der Jugend die nicht allzu zahlreichen Möglichkeiten ein, ihre national erbrachten Leistungen eine Stufe höher zu erproben. Dazwischen Schützinnen und Schützen, die altersmäßig nicht mehr zu den ganz Jungen zählen, aber in Ausscheidungswettkämpfen immer wieder ihre Anwartschaft für Entsendungen untermauern. Und auch Namen, von denen man sich (noch) nicht trennen kann bzw. will.

Mit der in Angriff genommenen Neuordnung der Erstellung von Ranglisten sollte es dem ÖSB gelingen, eine überschaubare Grundlage für Nominierungen zu schaffen. Einberufungen zu höheren schießsportlichen Aufgaben waren schon immer ein heikles Thema. Sie haben nicht nur ganz oben im ÖSB, sondern auch in den Landesverbänden zu unangenehmen Auseinandersetzungen bis hin zu Lagerbildungen geführt. Liegen einigermaßen objektive Richtlinien vor, beugen sich sowohl Sportler als auch ihre Funktionäre den getroffenen Entscheidungen leichter, ohne das Gefühl haben zu müssen, übergangen oder ausgebootet worden zu sein.

In Pilsen haben wir von Thomas Farnik mit seinem in Weltrekordhöhe liegenden Ergebnis im Luftgewehrfinale wieder einmal eine absolute Spitzenleistung geboten bekommen. Und Thomas Mathis hat bei den Luftgewehr-Junioren mit seinem zum Sieg führenden großartigen Finale als Neuling einen international vielversprechenden Einstand gefeiert.

Im Pilsener Wettkampfkonzert einen Takt ausgelassen haben am zweiten Wettkampftag Christian Planer und Mario Knögler, weil sie ihrem Engagement in der deutschen Bundesliga nachgekommen sind. Wie in der Musik, wo Spitzenleute auch in anderen Orchestern gefragt sind.

Auch München war von herausragenden Leistungen gekennzeichnet. Während das Trio Planer (599), Farnik (598) und Knögler (597) ein sagenhaftes, hier nicht gewertetes Mannschaftsergebnis erzielt hat, das gleich mehrere Ringe/Punkte über dem Weltrekord liegt, konnte sich Wolfgang Psenner gegenüber seiner soliden Leistung noch steigern und mit einem beachtlichen Finale eine Topplatzierung erreichen. Vielleicht gelingt es, in seinem Sog den Vorarlberger Pistolennachwuchs an die Spitze heranzuführen.

Dass man in der Nachbarschaft auch österreichische Kampfrichter schätzt, hat der München-Einsatz von Ing. Siegfried Böck und Oldboy Rudi Rieser gezeigt.

Bleibt zum Schluss des Jänner-Teilstücks im Sinne des musikalischen Eingangs noch das Neujahrsschießen der Kärntner Jägerschaft im Schießsportzentrum Blintendorf. Mag diese Veranstaltung für manche eine nicht zu betonende Auftaktnote sein, aus der Gesamtsicht des Schießsports ist es trotzdem ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, wenn sich Showgrößen wie Arnulf Prasch mit Jägern in einem Schießsportzentrum zeigen.

heb